Am sechsten Spieltag führte uns der Weg zum ersten Mal seit über sechs Jahren wieder nach Würzburg. Während sich Fahrten ins Fränkische sonst nicht allzu großer Beliebtheit unter den Bonner Fans erfreuen, wollten wir in Würzburg an gelungene Fahrten aus früheren Baskets-Jahren anknüpfen. Nicht nur wegen der traditionell guten Beziehung zum dortigen Fanlager.
So rührten wir schon zwei Wochen vor dem Spiel die Werbetrommel über alle Kommunikationskanäle, um einen zweiten Bus zu füllen und mit möglichst vielen Fans anzureisen. Dass es schlussendlich sogar 150 Bonner sein würden, hätten wir kaum für möglich gehalten. In den letzten zwei Jahren waren wir schließlich nie mit so vielen Leuten bei einer Hauptrundenpartie unterwegs (Spiele in NRW oder Hessen mal ausgenommen).
So war die Stimmung im Bus dementsprechend gelöst und es entwickelte sich eine muntere Fahrt mit viel Freude und Gesang. Als kleine Motivationsspritze hatten wir im Vorfeld angekündigt, uns bei Zustandekommen eines zweiten Busses um die Verpflegung zu kümmern. Natürlich hielten wir das Versprechen und verteilten zunächst über 100 Muffins an alle Mitreisenden, in der Pause verkauften wir dann belegte Brötchen und mehr zu kleinen Preisen, um die 100 hungrigen Mägen zu stillen. Die Aktion war ein voller Erfolg, sodass wir diesen Imbiss-Service sicher bei den nächsten Fahrt wiederholen werden. Überwältigt waren wir auch von der Tatsache, wie viele Basketsfans ihre Spendierhosen angezogen hatten und uns ein weder eingeplantes noch geahntes Plus in der Kasse bescherten. DANKE dafür, das geht natürlich zu 100% in Choreos und andere Aktionen für unseren Verein!
In Würzburg angekommen, teilte sich die Busbesatzung je nach Interessenlage auf. Während etwa die Hälfte des Bonner Anhangs die Stadt erkundete, nahm die andere Hälfte auf Einladung der Würzburger Fans eine nette Örtlichkeit in der Innenstadt zum gemeinsamen Fußballschauen in Beschlag. Die Stimmung im ‘Chelsea’ war unglaublich gelöst, es wurde gemeinsam getrunken, gefeiert, gelacht und eine gemeinsame Antipathie in Richtung Oberfranken besungen. Danke an die Würzburger Jungs und Mädels für die Organisation! Vielleicht können wir uns ja in Bonn revanchieren.
Schließ
lich traten wir gemeinsam den Weg zur Halle an, um uns frühzeitig auf das eigentlich Wichtige an diesem Tag vorzubereiten. Mit viel Selbstvertrauen kamen wir nach Würzburg, um den sechsten Sieg im sechsten Spiel einzufahren. Zu Spielbeginn hatten wir ein kleine Aktion, bestehend aus einem Banner ‘Wir sind wieder da’ und jeder Menge schwarzer und weißer Luftballons, vorbereitet. Zusammen mit dem Konfettiregen und den mitgebrachten Schwenkern gaben wir so ein durchaus ansprechendes Bild im Gästeblock ab.
Die Würzburger zeigten ein wirklich schönes Banner ‘Magenta und Rot bis in den Tod’, jede Menge Konfetti sowie große Schwenkfahnen. Die Stimmung, die sich in der S.Oliver Arena (ehem Carl-Diem Halle) entfaltete, kann man als durchaus hitzig, teilweise extrem laut, bezeichnen. Insofern war sie sowohl für unsere Mannschaft als auch unseren Gästeblock sehr unangenehm und schwierig, auch wenn wir auf noch etwas mehr Kreativität in der Anfeuerung gehofft hatten. Meist war es dann eben auch nur ein Klatschpappen-4/4 Takt, aber was nicht ist, kann ja noch werden und wollen wir mal sehen, wie es sich auswärts mit dem Würzburger Support verhält. Die Lautstärke jedenfalls dürfte ligaweit momentan ihresgleichen suchen. 
Mit unserem Support können wir mehr oder weniger zufrieden sein. Bedingt durch die Tatsache, dass wir fast das ganze Spiel im Rückstand waren, beschränkten wir uns weitestgehend auf Schlachtrufe mit nur ab und an eingestreuten Gesängen. Die Tribüne eignete sich leider auch nur begrenzt für einen ekstatischen Zustand unter den Gästefans, sehr flach und weit auseinander steht man doch im Würzburger Gästebereich. Nach Berichten von Würzburger Fans sollen wir dennoch sehr gut vernehmbar gewesen sein, insofern trügt vielleicht auch der Eindruck aus der Menge heraus.
Unsere Mannschaft hatte einen ziemlich gebrauchten Tag erwischt, wenig lief wirklich zusammen. Mit der Würzburger, d.h. der John Patrick – typischen Spielweise kamen wir, wie schon so oft, gar nicht gut zurecht. Die durchaus vorhandenen Chancen, ein paar Punkte wegzuziehen, verschenkten unsere Bonner Baskets reihenweise, sodass im Endeffekt eine etwas unnötige, aber dem Spielverlauf durchaus angemessene Niederlage auf dem Bonner Konto steht. Aber vielleicht kommt dieser Dämpfer ja auch genau zum richtigen Zeitpunkt. Wir sollten nicht zu schnell schon zu träumen beginnen, sondern einen Schritt nach dem anderen machen.
Unser Team wurd
e natürlich mit viel Applaus verabschiedet, denn es gibt überhaupt keinen Grund, nach diesem Saisonstart in irgendeiner Art über dieses unglückliche Spiel zu meckern. Insofern zeigten wir uns als gute Verlierer und feierten nach Spielende gemeinsam mit den Würzburger Fans und verabschiedeten auch deren Mannschaft mit Applaus ob ihrer beherzten Vorstellung. Die Szenen nach Spielschluss, als Heim- und Gästeblock nochmals lautstarke Grüße nach Bamberg schickten, waren wirklich phantastisch. Die Wiederbelebung einer alten Freundschaft zwischen den beiden Fanlagern ist mehr als gelungen.
Die Rückfahrt verlief ereignislos, die Strapazen einer Tagestour konnte man allen Mitreisenden anmerken. Trotz Niederlage schließt sich die Tour der Reihe von wirklich gelungenen Auswärtsfahrten in der noch jungen Bundesligasaison an. Lasst uns den Trend nächste Woche in Göttingen fortsetzen!
Simon is
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Oktober 31st, 2011 at 16:00
Und wie man euch gehört hat! Schön das so viele von euch angereist sind! Viel Glück in den nächsten Spielen und bis bald,
die Lasers Cheerleader aus Würzburg
Oktober 30th, 2011 at 22:55
Sehr gelungener Artikel aus Wübu:
http://www.mainpost.de/sport/Wuerzburg-Eine-Freundschaft-und-drei-Stiche;art786,6400610,C::cme234371,3984641