Den zweiten Sieg gegen Quakenbrück in sieben Tagen einfahren und den furchtbaren Auftritt in Aalst unter der Woche vergessen. Mit diesem Vorsatz brachen wir zur besten Auswärtsfahrtenzeit am späten Samstagmittag Richtung Artland auf. Mit an Bord: 47 bis in die Haarspitzen motivierte Fans, 50 Frikadellenbrötchen, Bravo Hits 1-27 und vieles mehr.
Nach kurzweiliger Fahrt lies die Zeit zwischen Ankunft und Spielbeginn einen kleinen geowissenschaftlichen Exkurs für die schonmal als bildungsfern verschrieene Bonner Anhängerschaft zu. Konkret machten wir uns mit dem meteorologischen Besonderheiten des Artlandes in Form von plötzlicher Nebelbildung vertraut. Nicht nur ortskundige Autofahrer, auch der lokale Ordnungsdienst zeigte sich mit der Situation überfordert und war nicht in der Lage, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
Schließlich fanden wir inkl. reichlich Fahnenmaterial doch noch den Weg in die Wettkampfstätte, im Volksmund auch “Drachenhöhle” genannt. Leider scheint der Drache in den letzten Jahren ganz schön alt geworden zu sein. Von der einst so lauten quakenbrücker Stimmung ist nicht mehr viel übrig geblieben. Jede Euphorie verfliegt offenbar mal, wir können ja selbst ein Lied davon singen…
Sei es wie es sei, unser prallgefüllter und ausgiebig beflaggter Block machte vor dem Spiel schon mächtig Alarm und sorgte für ratlose und überraschte Gesichter ringsherum. Die mitgebrachten Fahnen sorgten für ein buntes und temperamentvolles Bild zum Intro, auf Heimseite hatte man dem nichts entgegenzusetzen.
Da die Quakenbrücker Fans in ihren Reihen in der Woche vor dem Spiel einen Todesfall zu beklagen hatten, verzichteten beide Fanlager in den ersten Fünf Spielminuten auf den Einsatz von Trommeln. Unserer Stimmung tat dies keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Lieder und Schlachtrufe hallten quer durch die Sporthalle und wieder zurück.
Leider hatte unsere Mannschaft den “Drachen” nicht ebensoviel entgegenzusetzen wie ihre Fans. In der ersten Halbzeit lief es weder vorne noch hinten rund, ein zwölf-Punkte-Rückstand war das Resultat. Die Differenz blieb bis ins letzte Viertel in dieser Höhe etwa konstant, eine echte Siegchance war für die Baskets zu keinem Zeitpunkt wahrzunehmen. Zu schlecht die Verteidigung, zu nachlässig die Reboundarbeit und zu schwach die Treffsicherheit von außen. Natürlich ist die starke Leistung der Quakenbrücker neidlos anzuerkennen, die stets in der Lage für einen spektakulären Korberfolg immer dann waren, wenn das Spiel eng zu werden drohte.
So flachte die Stimmung im Gästeblock zeitweise natürlich ab, jedoch nie bis unter ein ordentliches Niveau. Immer wieder wurde versucht, die Mannschaft nochmal aufzurütteln, an den Fans hat es also wirklich nicht gelegen. Richtig niedegeschlagen war nach Spielende dann auch kein Bonner Fan, denn die Erwartungshaltung war nicht groß. Im Artland kann man verlieren. Die nächsten wichtigen Europapokalspiele stehen auf der Tagesordnung und in zwei Wochen geht es gegen Berlin. Volles Haus und geladene Stimmung garantiert. Vorfreude ist angesagt…
Simon is
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Januar 16th, 2012 at 14:16
http://www.flickr.com/photos/grebein/sets/72157628870474935/with/6697220191/
Fotos von einem artländer der die Bonner Fans anscheinend spannender fand als das Spiel (verständlich)