Bamberg – keine Reise wert
Sonntag, in der Früh um 9:15 Uhr, bei gefühlten -20 Grad warten bereits die ersten Reiselustigen um den Bus zum sportlich schweren Auswärtsspiel in Bamberg zu entern. Tifo & Verpflegung eingeladen und abfahrtsbereit ging es dann auch eine Dreiviertelstunde später los: Destination Oberfranken. Die Stimmung im nur schlecht
besuchten Bus war anfangs sehr gut, flachte mit der Zeit ab und fand mit dem Verlassen der Autobahn ein neues Hoch. Die überragende Motivation rührte 1. vom immer jungen Duell mit dem Ligakrösus und 2. dem zahlenmäßig sehr starken Besuch aus Würzburg her. Einer gemeinsamen Einstimmung in Hallennähe folgte der gemeinsame Marsch, vorbei am bereits kennengelernten, pöbelnden Ordner zum Eingang. Wie jedes Jahr in Brosetown war es auch diesmal besonders spannend, was verboten und was erlaubt werden würde. Fahnen, Banner etc., es musste zwar alles gezeigt werden, aber ausnahmsweise wurde nichts verboten. In Ludwigsburg wurde das Material noch nach rechtsradikalem Gedankengut untersucht, in Bamberg richteten sich die Spürnasen der Eingangskontrolle auf…
richtig: Werbung!
Das allgemeine Bild bestätigt sich hier also schon beim ersten Blick, Werbung wird hier
großgeschrieben. Unser verspätetes Eintreffen brachte uns erwartungsgemäß das nächste -typisch Bamberg- Problem: der nicht abgetrennte Gästebereich war mal wieder von Baue… Brose-Fans bevölkert. Das sorgte leider dafür dass weder ein nennenswerter Bannerplatz gefunden, noch ein einheitlicher Block gebildet werden konnte. Das tat der Stimmung glücklicherweise keinen großartigen Abbruch und so begann man direkt (noch 30 Min. bis zum Spiel) mit
dem Support. Abartig laut, kreativ und den äußeren Bedingungen angepasst wurde die Zeit zum Hochball mit einem „Wer kann lauter“-Spielchen mit der B(r)ose Akustikanlage verbracht. Das Spiel startete ausgeglichen, die ersten 7 Minuten konnte das Fehlen Jared Jordans noch durch bissige Defense und intelligente Ballbewegung in der Offense wett gemacht werden. Doch Brose kann man nicht dauerhaft stoppen, die ersten Eingewechselten sorgten zusammen mit ein paar merkwürdigen Heimvorteilspfiffen für die erste deutliche Führung. (1/4 17 zu 33) Im zweiten Viertel sah man dann wieder ein ausgeglichenes Spiel in dem die Vertretung des Rheinlandes durch konsequent gespielte Systeme und abermals starke, wechselnde
Verteidigungssysteme immer wieder ein paar Punkte gut machen konnte. Positiv aufgefallen sind besonders der wieder erstarkte Simonas Serapinas zusammen mit seinem Landsmann Energizer Benas Veikalas. Zusammen sollten sie zum Schluss knapp 40% der Bonner Punkte erzielt haben. Die 20 Punkte zur Halbzeit waren kein Beinbruch, da Einsatz und Herz zu jeder Zeit stimmten. Das dritte Viertel brachte dem Spiel auch keine neuen Aspekte, aufopfernd kämpfende Gäste konnten dem oberfränkischen Überteam nicht genug entgegensetzen. Dass die Messe gelesen war, gab der Bonn/Würzburger Stimmung kein Abtun, ganz im Gegenteil, man löste sich von der lauteren und kreativeren Version des Basketballeinheitssupports und begann das Team zu feiern. Dauerhüpfen, Feiergesänge und Freude an der Bonn-Würzburger Freundschaft waren nun das bestimmende Bild. Alles in allem ein überragender Auswärtsauftritt: Laut – kreativ – viel Bewegung! So sahen das wohl auch Mike Koch und das Team, die sich trotz der Klatsche, länger als sonst Zeit nahmen sich bei den Mitgereisten zu bedanken. Raus begleitet von Ordnungsdienst und Beleidigungen sammelte sich die Gruppe nochmal vor der Halle um sich bei unseren Freunden für die fantastische Unterstützung zu bedanken.
VIELEN DANK WÜRZBURG
Zügig gings zum Bus und noch zügiger wieder weg, raus aus Oberfranken, zurück ins traumhafte Rheinland. Um knapp 23 Uhr war man schon wieder zurück am Ursprung und sich einig, 13 Stunden Oberfranken reichen vollkommen aus. Abschließend lässt sich festhalten, dass wir bei einem Marketingevent zwischen der Werbung gut von einem Basketballspiel unterhalten wurden. Bezeichnend wenn der Gästemob seinen verlierenden Verein mehr feiert, als die Heimfans ihren 30 Punkte Sieg.
Auf ein hoffentlich nicht allzu baldiges Wiedersehen….
Fotos?
Martin is
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Februar 7th, 2012 at 14:19
Wow, das erinnert doch stark an die Finalserie 2004, Skyliners gegen Bamberg. Da wurden wir Skyliners-Fans in Bamberg kreuz und quer in der Halle weit oben unter dem Dach verteilt. In Blöcken, in denen mehr als 20 Skyliners-Fans zusammenstanden, rückte kurz vor Beginn des Spiels Polizei (nicht nur Security) ein und postierte sich auf den Treppen und in den Gängen. Die Bamberger waren andererseits aber doch sehr gastfreundlich und haben uns in ihrer Halle in der Finalserie zwei Spiele gewinnen lassen, was dann schlussendlich zur Meisterschaft führte…